
25.-27. September 2025
Konzert- und Bühnenhaus Kevlaer
3
TAGE
6
ENSEMBLES
8
WORKSHOPS
130+
TEILNEHMENDE
Theater kann Inklusion sichtbar und erlebbar machen.
„HuckePack ist mehr als nur Theater. Es ist ein Statement für gelebte Inklusion, künstlerische Vielfalt und menschliche Begegnung auf Augenhöhe.“
ÜBER HUCKEPACK
Komm, wir machen HuckePack!
Zeit, die Perspektive zu wechseln
Das HuckePack-Festival ist ein inklusives Amateurtheatertreffen, das Menschen mit und ohne Behinderung zusammenbringt, um gemeinsam Theater zu machen, zu erleben und zu feiern. Nach dem erfolgreichen Start 2021 geht das Festival nun mit Huckepack 2.0 in die nächste Runde – inspiriert von den vielen positiven Erinnerungen, Begegnungen und Freundschaften, die aus dem ursprünglichen Projekt der Lebenshilfe Oberhausen hervorgegangen sind.
Im Mittelpunkt steht die Vernetzung, Weiterbildung und Professionalisierung inklusiver Theatergruppen in Nordrhein-Westfalen. Huckepack bietet Raum für Austausch, Inspiration und künstlerisches Miteinander – unabhängig von Erfahrung, Behinderung oder Herkunft.
Denn: Jeder bringt eine eigene Perspektive, Ausdrucksform und Stimme mit auf die Bühne.
Mit HuckePack wird der inklusive Gedanke weitergedacht. Ziel ist es nicht nur, inklusives Theater sichtbar zu machen, sondern auch aktiv Barrieren und Hemmschwellen im Umgang mit Menschen mit Behinderung abzubauen. Inklusion soll hier nicht erklärt, sondern selbstverständlich gelebt werden – so wie es im Alltag inklusiver Theatergruppen längst Realität ist.
Das Festival zeigt Aufführungen von Theatergruppen aus ganz NRW, bietet Workshops und Diskussionsrunden – und schafft Formate, in denen sich Publikum und Akteur*innen begegnen können. Dabei entsteht ein Raum für gegenseitige Wertschätzung, kreative Zusammenarbeit und gemeinsames Gestalten.
TEILNEHMENDE
Diese Ensembles waren dabei
aus Essen
Das Maskentheater ist eine Initiative des Verein Zikk (Zentrum für inklusive Kunst und Kultur) e.V. mit Sitz im Forum Billebrinkhöhe in Essen. Zur Zeit sind wir bis zu 23 Spielerinnen und Spieler! Die Gruppe besteht seit 2015 und hat zahlreiche Produktionen drinnen und draußen gespielt.
Wir bauen alle unsere Masken selbst und entwickeln daraus unsere Figuren Jede bekommt ein Eigenleben und einen Namen. Unser neues Zweijahresprojekt heißt „Straßenfeger“, im Walkact spielen wir kleine bereits dazu entwickelte Szenen und improvisieren vor Ort für unser Publikum!
Regie führen Katrin Kleine-Onnebrink, Paulo de Queiroz dos Santos und Marion Gerlach-Goldfuß.
aus Oberhausen
Im Mai 2007 schufen Heidrun Wetterich, Vorstandsmitglied der Lebenshilfe Oberhausen, und die damalige Ehrenamtskoordinatorin Karin Tatsch-Spieß ein für die damalige Zeit ungewöhnliches Freizeitangebot für die in den Werkstätten für Behinderte beschäftigten Mitarbeiter. Eingeladen waren alle, die Interesse am Theaterspielen hatten. Ziel war nicht, irgendwann auch tatsächlich mal ein Stück vor Zuschauern aufzuführen. Es kam anders. Dank des vom ersten Tag an eingebundenen Theaterpädagogen Jörg Wilms formte sich im Laufe der Zeit eine Gemeinschaft, die sich inzwischen mit ihren stets ausverkauften Vorstellungen im Großen Saal des Theaters Oberhausen einen Namen in der Kulturszene von Oberhausen gemacht hat. Überregional bekannt wurde die Gruppe Blindflug durch das von ihr ins Leben gerufene und organisierte erste Theatertreffen in NRW für inklusive Theatergruppen. Mehrfach wegen Corona verschoben hatten endlich im Mai 2022 bei dem unter dem Titel „Huckepack“ veranstalteten Festival insgesamt 4 Gruppen Gelegenheit, ihr Können dem Publikum vorzustellen.

Organisatorisch wird die Gruppe nach wie vor von Heidrun Wetterich geleitet, während der künstlerische Teil weiterhin in den Händen von Jörg Wilms liegt. Wenige Wechsel gab es in der Zusammensetzung der Schauspieler/innen und Helferinnen. Im Augenblick umfasst die Gruppe 25 Personen mit und ohne Beeinträchtigungen. 20 von ihnen finden ihren Platz auf der Bühne, die anderen unterstützen hinter der Bühne, in der Technik und in der Organisation.
aus Münster
Das Eintopftheater Münster wurde im Mai 2017 von dem Theaterpädagogen und Gesundheitspfleger André Voss in Zusammenarbeit mit der LWL-Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie in Münster ins Leben gerufen. Entstanden ist das Eintopftheater aus dem Angebot punktuell stattfindender theaterpädagogischer Workshops auf drei Stationen der LWL-Klinik Anfang des Jahres 2017.
Aufgrund der positiven Resonanz von Seiten der Ärzte- und Pflegeteams und der steigenden Teilnehmer*innen-Zahlen wurde das Programm verstetigt. Zudem fanden erste stationsinterne Improvisationstheater-Shows statt. Ab dem 1. Januar 2024 fusioniert die Unternehmung mit „StopFoodWaste for Peace“ von Verena Meyer und Yvonne Elling und es entsteht der gemeinnützige Verein „Eintopf e.V.“. Ziel ist Know-how aus den Bereichen Theater, Ernährung und soziale Teilhabe zu bündeln und gemeinsam nachhaltige, integrative bzw. inklusive Projekte in sozialen Kontexten zu initiieren.
aus Viersen

aus Geldern
Die TheaterWerkstatt ist ein inklusives Ensemble aus Geldern, in dem Menschen mit und ohne Behinderung gemeinsam Theater machen – mit Hingabe, Mut und jeder Menge Herz.

Seit über zehn Jahren entstehen hier berührende Inszenierungen, in denen nicht nur Rollen gespielt, sondern Geschichten geteilt, Grenzen überwunden und Selbstvertrauen gestärkt wird. Jede Probe, jede Aufführung ist ein Stück gelebter Zusammenhalt.
Ob auf der Bühne oder dahinter: In der TheaterWerkstatt zählt jede Stimme. Denn wenn alle mitspielen dürfen, wird Theater zu etwas ganz Besonderem.
VERNETZUNG & PROFESSIONALISIERUNG
Workshops für alle Teilnehmenden
Rückblick: Workshops Tag 1
Rückblick: Workshops Tag 2
mit Pascal
Welche Impulse entstehen aus einem Selbst heraus? Wie können daraus Begegnungen entstehen? Welche Bedeutung hat die Musik für eigene Bewegungen. In diesem Workshop wollen wir über die Improvisationen erfahren, dass wir alles, was Tänzer*innen auf der Bühne brauchen, schon in uns tragen. Wir nehmen einen großen Fokus auf individuelle Bewegungen und bilden daraus eine Gesamterfahrung.
mit Tatjana
In kleinen und großen Bewegungen findet ihr magische Zugänge zu Emotionen. Dieser Ausdruck sagt oft viel mehr als Worte. Wieviel Raum nehmen diese Stimmungen spürbar ein? Und welche Farben und Formen zeigen sich dabei in der künstlerischen Vorstellungskraft? Freut euch, um gemeinsam mit der Künstlerin Tatjana van Went, eure Kreativität fließen zu lassen. In diesem Workshop werden Bewegungen zu Linien und Linien zu großen abstrakten Bildern.
mit Steffi
Tauche ein in die Welt der Wildkräuter auf dem idyllischen Büchelshof! Gemeinsam stellen wir natürliche Pflegeprodukte wie Salben, Badekugeln und Erfrischungssprays her – alles aus den Schätzen der Natur. Beim Streifzug durch Wiesen und Felder entdecken wir heilende Pflanzen, die dein selbstgemachtes Wellnessprodukt bereichern und dir Entspannung für deinen nächsten Auftritt schenken. In geselliger Runde erkunden wir die Natur und finden so manches Kraut, welches wir für dein Pflegeprodukt verwenden werden. Der Büchelshof lädt zudem ein, die Seele einfach mal baumeln zu lassen.
mit Tobias
Wir basteln Masken aus Pappe und Pappmaschee und bemalen sie. Ob Mensch, Krokodil, Saurier oder Fantasiewesen.
Eine Frage wird uns beim Basteln beschäftigen: Wann wird ein Krokodil erkennbar ein Krokodil? Wann ein Löwe ein Löwe?
Ein Krokodil hat ein riesiges Maul und viele große Zähne. Ein Löwe hat eine prächtige Mähne. Welche Formen und welche Farben helfen einer Maske, ein Bär, ein Saurier oder ein Fantasiewesen zu werden?
mit Mareike
Jeder Teilnehmer*in am Workshop erschafft ein eigenes Kostüm/eigene Bühnenkleidung in einer Upcycling-Technik. Das Material aus, dem neues erschaffen wird, sind alte Kleidungstücke und Stoffe, die durch Knüpf-, Web- und/oder Knotentechniken neu zusammengefügt werden. Hierbei sammelt jeder Teilnehmer*in Erfahrungen mit seinem eigenen Körper, seiner Kreativität und mit dem, was die eigenen Hände können.
mit Crischa und Sjef
Das Wesentliche von Schauspiel ist nicht „so tun als ob“ sondern „sein“, es ist die Verbindung von Innen- und Außenwelt. Wie finde ich zu meiner eigenen Darstellung auf der Bühne? Wir drücke ich mich aus, ohne „Klischees“ zu bedienen?
Zu diesen Fragen arbeiten wir mit Übungen und kleinen Szenen.
mit Emely, Lena, Cedric und Fabian
Wir werden durch modernes und zeitgemäßes Training fit für die Bühne werden. Sie kommen mit aktiver Bewegung, kleineren Spielen und Entspannungsmethoden in Berührung.
Unser Workshop soll kein alleinstehendes Training, sondern auch einen wunderbaren Übertrag für die Bühne bringen.
mit Samantha
Deine Stimme erleben. Gemeinsam Singen & Klingen. Tauche ein in die Welt des Singens & des Klangs und erlebe die Magie deiner Stimme.
In diesem Workshop arbeiten wir mit deiner Stimme & deinem Körper und Singen gemeinsam im Chor. Außerdem erlebst du eine Klangmeditation mit tibetanischen Klangschalen und tauchst ein in die heilsame Welt des Klangs.
DONNERSTAG, 25. SEPTEMBER 2025
Tag 1 · Anreise & Eröffnung
Schon vor 17 Uhr war da dieses besondere Gefühl. Nicht dieses typische „Theater beginnt gleich“, sondern eher: Hier passiert gleich etwas, das größer ist als nur ein Abend.
Auf Social Media hatte die TheaterWerkstatt Haus Freudenberg das Festival angekündigt wie ein gemeinsames Abenteuer: „3…2…1…Komm, wir machen HuckePack!“ – fast wie ein Aufruf, nicht nur zuzuschauen, sondern mitzuspringen.
Und genau so fühlte es sich an, als sich die Türen öffneten. Im Foyer kein klassisches Warten, sondern Bewegung: Menschen standen zusammen, lachten, tasteten sich vorsichtig in Gespräche hinein. Das Bühnenhaus wurde bewusst zum „Raum der Begegnung“, bevor überhaupt Theater begann. Dann das erste große Zeichen dafür, was dieses Festival sein will: „Die Räuber“ – gespielt von der TheaterWerkstatt selbst. Aber es war kein klassisches Schiller-Theater. Es war laut, körperlich, direkt. Man sah nicht nur Figuren – man sah Menschen, die sich hineinwerfen. Wut wurde geschrien, Nähe wurde gesucht, Konflikte wurden fast körperlich spürbar. Und vielleicht war genau das der Moment, in dem viele verstanden haben: Hier geht es nicht um Perfektion. Hier geht es darum, gesehen zu werden. Nach der Aufführung löste sich nichts auf. Im Gegenteil – der Abend ging weiter. Essen, Gespräche, Musik. Ein Teilnehmer sagte später sinngemäß, es fühle sich an wie „zusammen unterwegs sein“ – und genau das war es.
Zeitplan:
FREITAG, 26. SEPTEMBER 2025
Tag 2 · Workshops & Aufführung
Der zweite Tag begann nicht mit Applaus, sondern mit Bewegung. Über 100 Teilnehmende verteilten sich in Workshops – und es war, als würde sich das Festival jetzt von innen heraus entfalten. Auf der Website wird von einer „großen Bandbreite“ gesprochen – und das merkte man sofort: In einem Raum wurde mit Gestik und Mimik experimentiert – wie viel kann ein Blick erzählen? Nebenan ging es um Stimme – leise Töne, laute Ausbrüche, plötzlich füllten einzelne Stimmen ganze Räume Beim Tanz wurde gelacht, ausprobiert, manchmal gezögert – und dann doch gesprungen In kreativen Workshops entstanden Bilder, Masken, kleine Bühnenwelten. Es war kein Unterricht. Es war ein gemeinsames Suchen. Und genau das wurde auch draußen sichtbar: Vor dem Gebäude entstanden spontane Kunstwerke. Menschen blieben stehen, machten mit, wurden Teil davon – ganz ohne Anmeldung, ganz ohne Schwelle.
Am Nachmittag dann das Ensemble Blindflug. Ihre Performance fühlte sich weniger wie ein Stück an, mehr wie ein Klangraum. Musik, Bewegung, Rhythmus – alles floss ineinander. Man musste nichts verstehen, man konnte einfach fühlen. Abends schließlich TamQuam mit „Zur kleinen Prinzessin“. Und plötzlich wurde es still. Ein Stück über Freundschaft, über das Wesentliche – über das, was bleibt, wenn alles andere wegfällt. Viele saßen danach noch lange da. Nicht, weil sie mussten. Sondern weil man diesen Moment nicht einfach verlassen wollte.
Zeitplan:
SAMSTAG, 27. SEPTEMBER 2025
Tag 3 · Workshops & Abschluss
Am dritten Tag war alles vertraut. Und genau deshalb war alles intensiver. Die Workshops gingen weiter – aber jetzt mit einer anderen Energie. Menschen, die sich vorher kaum kannten, arbeiteten zusammen, als hätten sie schon lange miteinander gespielt. Man sah Veränderungen: Mehr Mut. Mehr Präsenz. Mehr Offenheit. Das, was die Festivalmacher beschreiben – Weiterentwicklung durch Austausch – war plötzlich sichtbar geworden. Dann tauchte Theater draußen auf: Das Maskentheater „Anders eben“ präsentierte es sein Stück open air im Innenhof des Bühnenhauses.
Und dann der Abschluss. Das Eintopftheater Münster brachte mit „Nie wieder. Vor allem nicht mit uns!“ ein Stück auf die Bühne, das nicht vorsichtig war. Es ging um Ausgrenzung und Existenzberechtigung psychisch kranker Menschen. Um das Gefühl, nicht dazuzugehören.
Es war unbequem. Und genau deshalb so stark. Man merkte im Raum: Hier wird nicht gespielt, hier wird etwas geteilt. Und dann – als Kontrast, als Befreiung – die Abschlussparty. Das Foyer verwandelte sich, wie auch in Berichten beschrieben, in einen fast surrealen Raum voller Energie. Musik, Tanz, Menschen, die sich umarmen, lachen, noch nicht gehen wollen.
Auf Instagram war später von einem Festival die Rede, „das verbindet“ – und genau das traf es.
Zeitplan:
